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  • Forschungen über die Familie Jenni/Jenny aus Blons

    Forschungen über die Familie Jenni/Jenny aus Blons

    Christian Jenni

    Der älteste bekannte Vorfahre dieser Familie ist Christian Jenni. Er lebte gegen Ende des 16. Jh. und zu Beginn des 17. Jh. im Großen Walsertal. Aus dem Seelenzettel seines Urenkels Amann Franz Xaver Jenni geht hervor:

    Seelenzettel des Amanns Franz Xaver Jenni (KAE) Foto: privat

    Christian Jenny und Anna Weltinin Seind sein andere Uhr Ehnÿ
    und Ahna gewesen von dem Vatter hero, Mathias, Agatha,
    Angnesa, Margretha, Maria dero Kinder
    [1]

    Dieser Seelenzettel wurde anlässlich einer Jahrtagstiftung zum Ableben von Franz X. Jenni für ihn und seine Vorfahren verfasst. Da sowohl die Matriken in Thüringen als auch jene in Sonntag zu Beginn des 17. Jahrhunderts nur lückenhaft überliefert sind, lassen sich nicht alle genannten Kinder in den entsprechenden Quellen finden. Die Taufe der Tochter Agatha ist jedoch am 29. Dezember 1607 im ältesten Taufbuch der Pfarrei Sonntag verzeichnet.[2]

    In demselben Taufbuch finden sich später mehrfach Einträge zu den Eltern Christa [Christian] Jenni und Trina [Katharina] Kauffmännin. Ob es sich bei Katharina Kaufmann um die zweite Ehefrau dieses Christian Jenni handelt oder ob mehrere gleichnamige Personen zur selben Zeit lebten, lässt sich nicht eindeutig klären.

    Im Urbar der Probstei St. Gerold aus dem Jahr 1608 befindet sich folgender Eintrag:

    Christen Jenni, Lorentz Bickhel Ammans Sohn, Jakob Wal:
    thert, Christen Engstler, alle zu Valendtschinen, und Clauß
    Bickhell uff Ruggal wonhafft zinsend jerlichen – 8 werdt
    Keß und 2 … gelt an ein Jarzyt ab dryen hüseren
    güeteren, auch Gadenstaden, bÿ, und an einanderen
    In Valendtschinen gelegen, stost gar abwerth an
    die Lutz, ußwerth an das Eschtobell, Innwerth an
    Walckhen bach, Uffwerth an Eschehoff, so Andreas Bickh
    el Inhat.
    [3]

    Sollte diese Nennung mit dem vorgenannten Christian Jenni ident sein, so könnte man davon ausgehen, dass er Besitzungen auf der Flur Hinteregg hatte. Ob dies auch der Wohnort der Familie war, ist aufgrund mangelnden Informationsgehalts der Quellen nicht ermittelbar.

    Im Urbarium von 1620 befinden sich wiederum dieselbe Eintragung.[4]

    Sebastian „Baschi“ Jenni

    Das genaue Geburtsdatum von Sebastian Jenni, Sohn von Christian und Anna Welte, ist nicht überliefert; der Zeitraum lässt sich jedoch auf das frühe 17. Jahrhundert eingrenzen.

    Am 26. Jänner 1648 heiratet er in St. Gerold die ledige Gertrud Müllerin. Beide Eheleute werden darin als aus St. Gerold stammend bezeichnet.[5]

    Die Herkunftsbezeichnung „St. Gerold“ bezieht sich nicht auf die heutige politische Gemeinde, die erst im frühen 19. Jahrhundert entstand, sondern auf die reichsfreie Herrschaft St. Gerold, zu der unter anderem die vier Wohnberge Gaßnerberg, Plankenberg, Blons und Valentschina gehörten.

    Aufgrund von Matrikeneinträgen und herrschaftlichen Urkunden lassen ihnen zumindest folgende Kinder zuordnen:

    • Anna gest. 1696 in Blons, verheiratet mit Andreas Bickel
    • Franz get. 1660 in Sonntag, gest. 1713 in Blons, unverheiratet
    • Gerold get. 1664 in Raggal, gest. 1721 in Blons, verheiratet mit Afra Bickel

    Aus dem Seelenzettel von Sebastians Urenkel Amann Franz Xaver Jenni geht hervor, dass außerdem die Kinder Christian, Joseph, Thomas und Maria existiert haben müssen:

    Sebastian Jenny und Gertruta
    Müllerin Seind sein Uhr Ehnÿ und Ahna gewesen von dem Vatter
    hero, Christian, Joseph, Thomas, Franz, Maria, Anna dero Kinder
    [6]

    Da im fraglichen Zeitraum weder lückenlose kirchliche Personenstandsquellen noch entsprechende herrschaftliche Archivalien vorliegen, lässt sich dies jedoch nicht zweifelsfrei belegen.

    Das Sterbedatum von Sebastian Jenni und seiner Ehefrau ist unbekannt; anhand der vorhandenen Urbarien lässt sich sein Ableben jedoch auf den Zeitraum 1660–1678 eingrenzen.

    Zuordnung des Heimathofs

    Es ist anzunehmen, dass Sebastian Jenni mit seiner Familie in Valentschina lebte. Im Urbarium von 1660 zinst ein Baschi [Sebastian] Jenni zusammen mit den Gebrüdern Thomas und Jakob Walthart sowie Maria Müller ab ihrem eignen Hauß, Hofstadt und guet auf der Egg gelegen.[7] Der Vorarlberger Flurnamenforscher Werner Vogt (1931–2020) verortet diese Hof- bzw. Flurbezeichnung nordöstlich der Mühle in Valentschina.

    Einige Seiten später findet sich eine weitere Eintragung, in der Sebastian Jenni jährlich ab 3 Khueheulandt Gafer genandt sambt Hauß, und Stallung bey einanderen 5 Gulden zinst.[8] Vogt bezeichnet diese Flur als Gafort und lokalisiert sie unweit bzw. westlich der Sückenhöfe.

    Im Urbarium von 1678 wird nun nicht mehr Sebastian Jenni als Zinsender angeführt; stattdessen erscheinen seine Erben.[9] Ein Sprung ins Urbarium von 1735 zeigt einen Eintrag für Sebastian Jennis Enkel Josef. Auch er zinst jährlich 5 Gulden ab dem gueth ober Gafurt genant. Die Anstöße lauten: stost auf= an Gafiel, Inn an den Leyrenhoff, ab= an Meinradt Fetzel außwerts an das Tobel.[10]

    Die Bezeichnung des Guts als „ober Gafurt“impliziert, dass es auch ein „unter Gafurt“ gegeben haben muss. Analog werden heute die beiden Sückenhöfe als oberer Sückenhof und als unterer Sückenhof bezeichnet. Daraus folgt, dass Meinrad Fetzels Hof (Anstoß abwärts bzw. südlich) dem „unteren Gafurt“ entsprechen könnte.

    der obere Sückenhof (Blons Nr. 65) im Jahr 1987
    CC BY 4.0, Foto: Sammlung Air Color, Vorarlberger Landesbibliothek

    Aufgrund der fehlenden Erwähnung sowie der Grenzbeschreibung aus dem Jahr 1735 lässt sich vermuten, dass die Flur Gafurt (Gafer) eine ältere oder alternative Bezeichnung für die Flur Sücka (Sücken) war. Folglich könnte also das obere Gafurt dem oberen Sückenhof und Meinrad Fetzels Gut dem unteren Sückenhof entsprechen.

    In einer Schuld- und Pfandurkunde aus dem Jahr 1791, die im Zuge der Hypothekenerneuerung 1888 abgeschrieben und verfacht wurde, nahm Nicolaus Jenny in Valentschina ein Darlehen bei der löbl. Pfarrkirche zu Blons auf. Als Unterpfand diente sein Hof in Valentschina, der als „SückhenHof“ bezeichnet wird. Die Grenzbeschreibung lautet: stost aufwert an des Richter Christian Zerluten gafiellen guet, Inwerth an Meinradt Nigschen guet Lihren genant, abwert an Meinradt Fetzels Sel. Witibs Guet Untersückhen Hof genant, außwerth an Christian Khüngen Guet gatsche genant.[11]

    Damit wird bestätigt, dass Meinrad Fetzels Hof der untere Sückenhof war und dass die Bezeichnung ober Gafurt mit dem oberen Sückenhof ident ist.

    Dies steht auch nicht in Widerspruch zu den Forschungen von Simone Maria Berchtold zu den Flurnamen im Großen Walsertal. Laut ihren Ergebnissen wird der Sückenhof erstmals auf der Karte zum Urbarium von 1666 erwähnt.[12] Interessanterweise findet er im Urbar selbst jedoch keine Verwendung. Die Darstellung auf der Karte deutet auch auf einen damals noch ungeteilten Hof hin.

    Daraus lässt sich schließen, dass Sebastian Jenni bereits 1660 für diesen Hof zinste und sehr wahrscheinlich dort lebte.

    Am 12. Dezember 1695 kam es zu einer Erbteilung zwischen Sebastian Jennis Söhnen Franz und Gerold. Bestandteil der Verhandlung war unter anderem 3 khuo hewölandt guoth in Vallentschina 4/5tel Behausung und Speicher aigner bestallung auch Waldung. Dorab get Jährlich Zinß einer löbl. Probsteÿ St. Geroldt 5 Gulden. Es ist naheliegend, dass es sich hierbei um das im Urbarium erwähnte Gafar handelt. Weiters wird noch von einer Wiese mit Bestallung gesprochen.[13]

    Beide Brüder übernahmen die Erbmasse zu halben Teilen in ihr Eigentum. Die anderen Kinder, die teilweise nur durch den Seelenzettel des Franz Xaver Jenni bekannt sind, werden in dieser Erbteilung nicht erwähnt.

    Gerold Jenni (1664–1721)

    Gerold Jenni wurde am 23. August 1664 in Raggal als Sohn des Sebastian und der Gertrud geb. Müller getauft. Seine Taufpaten waren Hanß Müller und Agneß Biechli [Bickel].[14] Am 31. Jänner 1694 heiratete er in der Blonser Pfarrkirche Afra Bickel.[15] Sie wurde am 18. Februar 1672 in Raggal als Tochter des Andreas Bickel und der Margaretha Zerlauth getauft.[16]

    Sie hatten vier gemeinsame Kinder:

    • Josef (1695–1762), zweimal verheiratet
    • Eva Maria (1697–1698)
    • Sebastian (1700–?)
    • Anna (1702–1703)

    Während beide Töchter bereits kurz nach der Geburt verstarben, ist der Verbleib des jüngsten Sohnes unklar. Jedenfalls schien er nicht im Großen Walsertal geblieben zu sein.

    Es ist anzunehmen, dass Gerold Jenni mit seiner Familie ebenfalls auf dem Sückenhof in Valentschina wohnte. Von seinem verstorbenen Bruder Franz Jenni übernahm er 1713 ein Drittel Anteil am unteren Sückenhof und musste im Gegenzug die drei Kinder seiner bereits verstorbenen Schwester Anna Jenni auszahlen.[17]

    Gerolds Frau Afra Bickel verstarb am 21. April 1703 in Blons.[18] Er selbst starb am 16. März 1721 ebenfalls in Blons. Gerold Jenni wurde vor seinem Tod mit allen notwendigen Sakramenten versehen. Der Matrikenschreiber merkte zudem an, dass es sich bei ihm um einen angesehenen beziehungsweise ehrbaren Mann handelte.[19]

    Diese Anmerkung ist besonders interessant, da eine solche Formulierung im betreffenden Zeitraum einerseits äußerst selten im Buch zu finden ist, andererseits deutet sie darauf hin, dass die Familie beim Klerus, der zugleich auch Grundherr war, ein entsprechendes Ansehen genoss.

    Sowohl im vorliegenden Erbteilungsbuch als auch in einem Gerichtsurteil aus dem Jahr 1720 wird Gerold Jenni als „des Gerichts“ bezeichnet, was auf eine Richterfunktion hindeutet. Die Bezeichnung Richter darf hier keineswegs mit dem heute geläufigen Berufsbild in Verbindung gebracht werden, vielmehr handelte es sich hier um eine Art Schöffe oder Geschworener, die dem Amann beratend zur Seite standen.[20] Das bereits erwähnte Gerichtsurteil berichtet über Streitigkeiten zwischen den Bewohnern von Unter- und Obervalentschina bezüglich der Nutzung von Gemeindewäldern. Gerold Jenni nahm dabei an einem Lokalaugenschein teil.[21]

    Josef Jenni (1695–1762)

    Über Josef Jenni lassen sich bereits mehr Informationen finden als über seinen Vater Gerold. Er wurde am 3. März 1695 in Blons sub conditione getauft.[22] Eine solche Wiedertaufe war unter anderem notwendig, wenn Unsicherheiten über die Gültigkeit der Taufformel bestanden, etwa bei einer Nottaufe. Weshalb eine Nottaufe bei Josef erforderlich war, lässt sich heute nicht nachvollziehen. Plausible Gründe könnten jedoch der kritische Gesundheitszustand des Täuflings oder die Schneelage gewesen sein.

    Am 27. Februar 1718 heiratete er Maria Studer. Der Eheeintrag im Matrikenbuch von Blons ist sehr knappgehalten und enthält weder Angaben zu den Trauzeugen noch zum Trauungsort.[23]

    Josef und Maria hatten gemeinsam fünf Kinder:

    • Anna Maria (1719–1768)
    • Gerold (1721–1768)
    • Jakob Lorenz (1723–?)
    • Barbara (1725–?)
    • Afra Maria (1728–1767) verh. mit Christian Burtscher

    Im ersten Sterbebuch von Blons wurden verstorbene Kinder nicht immer eingetragen. Weder für Jakob Lorenz, noch für Barbara befindet sich ein Eintrag im betreffenden Sterbebuch. Maria Studer starb am 31. Dezember 1732 in Valentschina auf dem Sückhof. Ihre Beerdigung fand einen Tag später, am 1. Jänner 1733 in Blons statt.[24]

    Am 15. Juni 1733 kam es zu einer Erbteilung zwischen Josef Jenni und seinen Kindern Anna Maria, Gerold und Afra. Hier wird erstmalig das vollumfängliche Vermögen der Familie sichtbar: Zur Erbmasse gehörten der gesamte obere Sückenhof, ein Maiensäß, ein Stall sowie acht Weiden Alprecht auf der Alpe Hinterkamm.[25]

    Bereits wenige Monate nach Maria Studers Tod verehelichte sich der Witwer am 13. April 1733 in Rankweil mit Maria Barbara Burtscher (1708–?) aus Valentschina. Diese Ehe war besonders kinderreich:

    • Maria (1734–1785) verh. mit Thomas Studer
    • Nikolaus I (1735–?)
    • Maria Elisabeth (1736–?)
    • Barbara Maria (1737–1780) verh. mit Franz Jenny
    • Franz Xaver (1738–1799) zweimal verheiratet, Ammann
    • Anna Maria (1739–?)
    • Johann Evangelist (1739–1786) verh. mit Maria Katharina Müller
    • Maria Anna (1743–?) verh. mit Gerold Fetzel
    • Nikolaus II (1744–1821) dreimal verheiratet
    • Elisabeth Maria (1747–1804) verh. mit Johann Jakob Bickel
    • Katharina Maria (1748–1774)

    Für Nikolaus I, Maria Elisabeth und Anna Maria existieren im Matrikenbuch weder Sterbe- noch Firmeinträge. Es darf angenommen werden, dass sie das Erwachsenen- bzw. Firmalter nicht erreichten und bereits im Kindesalter verstarben.

    Sowohl Quellen aus dem Klosterarchiv Einsiedeln als auch die Pfarrmatriken bezeugen, dass Josef Jenni wie sein Vater Richter war.

    Josef Jenni starb am 5. August 1762 in Valentschina und wurde am 7. August 1762 in Blons beerdigt. In seinem Sterbeeintrag findet sich ein Hinweis darauf, dass bereits sein Vater Gerold Jenni Richter war.[26] Seine zweite Ehefrau Barbara Burtscher verstarb im Jahr 1766 in Blons.[27]

    Erwähnenswert ist auch die Todesursache der Tochter Maria Katharina. Sie wurde im Oktober 1774 von einer Lawine verschüttet.[28] Angeblich wurde in Erinnerung an Maria Katharina Jenny ein Wegkreuz errichtet. Dieses befinde sich zwischen den Alpen Vorder- und Hinterkamm.[29]

    Ammann Franz Xaver Jenni (1738–1799)

    erste Seite des Bestallungsbriefes von Franz Xaver Jenni (KAE) Foto: privat

    Ein Sohn aus Josef Jennis zweiter Ehe soll an dieser Stelle besonders erwähnt werden. Franz Xaver wurde am 4. Dezember 1738 um zirka 16 Uhr geboren. Er wurde noch am selben Tag in Blons getauft.[30]

    Seine erste Ehe ging er am 14. Februar 1768 in Blons mit Maria Christina Vonblon (1741–1777) ein.[31] Sie hatten sieben gemeinsame Kinder:

    • Maria Franziska (1768–1829) verh. mit Christian Hartmann
    • Anton (1770–?)
    • Josef Anton I (1771–)
    • Maria Barbara (1772–1804) verh. mit Johannes Evangelist Lorenz
    • Josef Anton I (1774)
    • Maria Elisabeth (1775)
    • Josef Anton II (1776–1777)

    Nach dem Tod seiner ersten Ehefrau im Jahr 1777 heiratete er in Blons Maria Dorothea Hartmann (1748–1800). Sie stammte aus St. Gerold und war die Tochter des Ammanns Johann Hartmann. Die Trauung fand am 1. März 1778 in Blons statt.[32]

    Diese Ehe brachte sechs Kinder hervor:

    • Maria Elisabeth (1779–?) verh. mit Lorenz Pfister
    • Maria Anna (1781–1814) verh. mit Franz Josef Küng
    • Maria Dorothea (1783–1826) verh. mit Johann Christian Hartmann
    • Johann Jakob (1785–?)
    • Maria Christina Anna (1787–1821) verh. mit Christian Müller
    • Maria (1789–?)

    Der Einsiedler Abt Beat Küttel bestellte Franz Xaver Jenni mittels Bestallungsbriefs vom 8. Mai 1788 zum Amann der freien Reichsherrschaft St. Gerold.[33] Er folgte damit seinem Schwiegervater Johann Hartmann und war der höchste weltliche Beamte. Es gibt keine Hinweise darauf, dass auf Franz Xaver Jenni noch ein weiterer Ammann folgte.

    Franz Xaver stirbt am 18. Juli 1799 in St. Gerold, nur wenige Jahre bevor die Herrschaft säkularisiert und unter Regentschaft der Habsburger bzw. später der Bayern kommt. Im Sterbebuch wird angemerkt, dass Franz Xaver ein in Hinblick auf Religion und Staat äußerst verdienter Mann gewesen sei.[34]

    Gerold Jenni (1721–1768)

    Nach diesem kurzen Exkurs wenden wir uns wieder der direkten Abstammungslinie zu. Josef Jenni und Maria Studers ältester Sohn Gerold wurde am 18. Oktober 1721 in Blons getauft.[35] Mit 25 Jahren heiratete er am 13. November 1746 in Blons Anna Maria Burtscher (1722–1792).[36] Während sein jüngerer Halbbruder Nikolaus (1744–1821) offenbar den elterlichen Hof in Valentschina übernahm, ließ sich Gerold mit seiner Frau in Oberblons nieder. Im Zuge der Hypothekenerneuerung wurde 1888 eine Abschrift einer Urkunde aus dem Jahr 1751 verfacht. In dieser bekennen Gerold Jenni und Anna Maria Burtscher, dass sie der „Spee zu Sankt Gerold“ ein Kapital von 100 Gulden schuldig sind. Als Unterpfand verwenden sie ihren Hof, welcher „Barschill“ genannt wird. Es handelt sich dabei um den sog. Inner Bartschill Hof in Oberblons (heute HNr. 26).[37]

    Sie hatten sieben gemeinsame Kinder:

    • Elisabeth Maria (1748–?) verh. mit Christian Hartmann
    • Josef (1750–1820) zweimal verheiratet
    • Christian (1753–1793)
    • Maria (1755–1816) zweimal verheiratet
    • Gerold I (1757)
    • Gerold II (1758–1823) verh. mit Maria Christina Nigsch
    • Maria Magdalena (1761–1801) verh. mit Gerold Studer

    Gerold starb am 24. Jänner 1768 in Oberblons und wurde tags darauf am Pfarrfriedhof beigesetzt.[38] Seine Ehefrau Anna Maria Burtscher verstarb am 27. November 1792. Im Sterbeeintrag wird sie als „des Organisten Mutter“ bezeichnet. Welcher ihrer Söhne damit gemeint ist, bleibt unklar; aufgrund späterer Familienbezüge ist jedoch anzunehmen, dass es sich um Josef (1750–1820) gehandelt haben könnte.[39] Dessen Sohn Nikolaus Kolumban (1781–1839) ist als Organist der Pfarrkirche belegt.

    Gerold Jenni (1758–1823)

    Gerold Jennis und Anna Maria Burtschers jüngster Sohn Gerold wurde am 24. Oktober 1758 in Blons, vermutlich in Oberblons, geboren.[40] Am 20. April 1789 heiratete er in der Pfarrkirche Blons die aus Valentschina stammende Maria Christina Nigsch (1764–1821). Die Ehe wurde mit einem Dispens versehen, da eine Blutsverwandtschaft im vierten Grad bestand.[41]

    Gerold lebte mit seiner Familie in Valentschina auf dem Hof Tanna (Hnr. 59).

    Ihre Kinder waren:

    • Anna Maria I (1790–?)
    • Johann Josef (1791–1856) verh. mit Maria Vonblon
    • Gerold (1793–1874) zweimal verheiratet
    • Anna Maria II (1794–1830) verh. mit Johann Jakob Vonblon
    • Maria Anna (1796–1845) verh. mit Michael Burtscher
    • Christian (1797–1865) zweimal verheiratet
    • Franz Xaver (1799–1851)
    • Maria (1802–1867)
    • Rosa Maria (1804)
    • Andreas (1806–1871) verh. mit Anna Katharina Jenni

    Aus einer Liste der Schulkinder der Pfarrei Blons aus dem Jahr 1809 geht hervor, dass Franz, Christian sowie Maria die erste Klasse und Gerold die dritte Klasse der Volksschule in Valentschina besuchten.[42]

    Seine Ehefrau Maria Christina Nigsch starb am 6. September 1822 und wurde zwei Tage später in Blons beigesetzt. Gerold selbst verstarb am 31. März 1823 und wurde am 3. April am Pfarrfriedhof begraben.[43]

    Eine kleine Anekdote sei noch über den Sohn Franz Xaver erzählt: Er starb am 21. April 1851 in Blons an Schlagfluß. Der Matrikenschreiber konnte sich nicht verkneifen im Sterbebuch zu vermerken, dass Franz Xaver ein geiziger Mensch gewesen sei – worauf er spitz hinzufügte, dass die Erben sich nun freuen dürften. Tatsächlich hinterließ Franz X. Jenni seinen Geschwistern ein Vermögen in Höhe von 2.747 Gulden und 48 Kreuzern.[44]

    Gerold Jenni 1793–1874

    Gerold Jenni wurde am 9. April 1793 in Blons getauft.[45] Seine Kindheit verbrachte er in Valentschina, wo er auch die Schule besuchte. Eine erhaltene Schülerliste belegt, dass Gerold noch im Alter von 15 Jahren die Volksschule in Valentschina besuchte.[46] Am 27. Mai 1816 heiratete er in Rankweil Maria Rosa Müller aus Valentschina, die Tochter von Johannes Evangelist Müller und Anna Maria Welti.[47]

    Kurz zuvor, am 16. Mai 1816, erwarben Gerold Jenni und Maria Rosa Müller von Maria Rosas Mutter Anna Maria Welti sowie deren Kindern Josef, Lorenz und Elisabeth Müller aus der Fassion Nr. 135 folgende Liegenschaften[48]:

    • BNR 1033: das Wohnhaus Nr. 18 mit zwei besonderen Ställen
    • BNR 1034: 14 Mittmel zweimädiges Gut beim Haus
    • BNR 1035: 6 Mittmel einmädige Räuhe bei dem Hausgut
    • BNR 1040: 1/4 Mittmel Waldung daselbst

    Der Kaufpreis für all diese Objekte betrug 1420 Gulden.[49]

    Sie hatten drei Söhne und vier Töchter:

    • Anna Maria (1818–1874)
    • Gerold (1819–1846)
    • Franz Anton (1821–1886)
    • Johann Evangelist (1822)
    • Rosa Maria (1823)
    • Katharina Maria (1824)
    • Maria Elisabeth (1825–1826)

    Wie aus dieser Auflistung ersichtlich ist, haben lediglich die ältesten drei Kinder das Erwachsenenalter erreicht.

    Maria Rosa Müller starb am 30. Dezember 1825 an Auszehrung. Ihr Testament ist auf den 1. August 1825 datiert und beginnt folgendermaßen: „In Erwegung daß der Todt gewiß aber die Stund des Absterbens unbekannt ist, und ich auch Besinungen zu rug zu lassen und fest zu halten gedenckhe…“.[50]

    Der junge Witwer verheiratete sich bereits im darauffolgenden Herbst, nämlich am 23. Oktober 1826 in Rankweil, erneut mit der zehn Jahre älteren Kreszentia Pelagia Müller (1783–1841) aus Fontanella.[51]

    Fünf Tage vor der Hochzeit haben die Brautleute in Blons einen Ehevertrag geschlossen. Als Zeugen fungierten Vorsteher Johann Jakob Schäfer und Johannes Schäfer. Gerold Jennis Zutrag zum Vermögen betrug 2060 Gulden, Kreszentias brachte 250 Gulden mit in die Ehe. Der Ehevertrag wurde bei einem gewissen Franz Zerlauth verwahrt.[52]

    Sie hatten nur eine gemeinsame Tochter:

    • Elisabeth Maria (1827–1860) verh. mit Johann Domig

    Kreszentia verstarb am 10. Juni 1841 um 18 Uhr zuhause an Skorbut. Nach ihrem Tod verehelichte sich Gerold nicht mehr.[53]

    In der Zeitung „Der Bote von Tirol“ vom 8. November 1841 steht, dass „Gerold Jeny von Faletschina“ im Zuge der Militärauslosung vorgeladen wird. Dabei handelte es sich um den Sohn Gerold (1819–1846). Aus seinem Militärgrundbuchblatt geht hervor, dass er am 18. November 1841 Teil des 8. Bataillons des Tiroler Kaiserjägerregiments wurde und auf acht Jahre als Landsturmrekrut verpflichtet war. Er verstarb am 2. Juli 1846 im „Civilspitale zu Montagnana“ bei Padua in Italien an Nervenfieber.

    Als 1857 die Hausnummern in Blons neu geordnet wurden, fertigte man zur Genehmigung eine Konkordanzliste an. In dieser Liste wird Gerold Jenni als Gemeinderat bezeichnet.[54]

    Im Jahr 1865 lieh Gerold Jenni dem Franz Leonhard Dünser aus Marul 85 Gulden (Reichswährung). Der Darlehensnehmer verwendete dafür sein Haus Nr. 53 und dazugehörige Güter als Unterpfand.[55] Dünser dürfte sich recht stark überschuldet haben, denn im Mai 1866 kam es auf Betreiben des Franz Anton Graß aus Innerbraz zur Versteigerung seines Eigentums. Gerold Jenni ersteigerte daraufhin die Realitäten um 1700 Gulden.[56] Wie die Familie Jenni diesen Besitz in Marul dann schlussendlich nutzte, ist nicht überliefert.

    Etwas sei noch angemerkt: Gernot Ganahl stellte mir dankenswerterweise die Forschungsergebnisse seines Schwiegervaters Eugen Dobler (1910–2011) für das Haus Nr. 69 zur Verfügung. Darin schreibt Dobler: „Gerold Jenni (reicher Mann, der 100fl. für 70fl. bar ausleihte!)“[57]
    Leider lässt sich das nur schwer überprüfen, da es kaum Hinweise im Verfachbuch darüber gibt.

    Gerold starb am 26. März 1874 zuhause an Altersschwäche im beachtlichen Alter von 80 Jahren.[58] Zwei Tage später wurde er in Blons begraben. Seine Tochter Anna Maria folgte ihm drei Tage später in den Tod.[59] Da die jüngste Tochter bereits 1860 am Türtsch (Gde. Sonntag) verstarb, war der Sohn Franz Anton das einzig überlebende Kind. Er erhielt das Heimatgut in Valentschina, die Besitzungen in Marul sowie zwölf Kuhweiden Alprecht samt Hütte auf der Alpe Steris (Gde. Sonntag). Im Gegenzug musste er die drei Kinder seiner verstorbenen Halbschwester Maria Elisabeth auszahlen.[60]

    Franz Anton Jenni (1821–1886)

    Über Franz Anton Jenni ist allgemein nur sehr wenig bekannt. Er wurde am 30. Jänner 1821 um 5 Uhr früh in Valentschina geboren und bereits drei Stunden später in Blons getauft. Seine Taufpaten waren Christian und Elisabeth Nigsch.[61] Mit 47 Jahren heiratete er die 29-jährige Elisabetha Jenni (1838–1887) von Unterhüggen. Sie war die Tochter von Johann Josef Jenni (1810–1865) – einem Cousin 2. Grades von Franz Anton. Die Ehe wurde, wie damals üblich, im Marienwallfahrtsort Rankweil geschlossen.[62]

    Das Paar hatte neun Kinder:

    • Gerold (1869–1894)
    • Augustin (1871–1926)
    • Pirmin (1872–1873)
    • Katharina (1873–1920)
    • Philomena (1874–1913) verh. mit Franz Josef Frick
    • Franz Anton (1875–1932) verh. mit Anna Maria Wachter
    • Johann Josef (1877)
    • Elisabeth Maria (1879–1883)
    • Rosa Maria (1880–1913)

    Während die ersten sechs Kinder allesamt in Blons 69 geboren wurden, kamen die letzten drei Kinder in Blons 84 zur Welt. Dieses Haus befand sich unter der Straße – in Untervalentschina. Weshalb die Kinder dort zur Welt kamen, ist unklar. Ein Vergleich des Luftbilds der 1950er Jahre mit dem Franziszseischen Kataster zeigt, dass sich das Haus sowohl in Grundriss als auch in Position unterscheidet. Es könnte auf einen Neubau des Hauses in dieser Zeit hindeuten. Am 15. Februar 1886 kam Franz Anton Jenni durch ein tragisches Unglück zu Tode. Der Matrikenschreiber vermerkte bei der Todesursache „wurde im Walde von einem Stück Holz erschlagen“. Bereits zwei Tage später fand das Begräbnis in Blons statt. Er hinterließ neben seiner Witwe sieben Kinder, wovon das jüngste gerade einmal vier Jahre alt war.[63] Dem nicht genug folgte ihm fast genau ein Jahr später seine Frau Elisabetha Jenni in den Tod nach. Sie starb an einem Lungenkatarrh am 18. Februar 1887.[64] Somit waren ihre sieben Kinder nun Vollwaisen. Da die Mutter beim Tod von Franz Anton Jenni nur einen Erbteil in Form eines Fruchtgenusses erhielt, wurden nach ihrem Tod keine Urkunden gesondert verfacht.

    Allmählich zeichnete sich ein Trend ab, der sich auch in der nachfolgenden Generation fortsetzen sollte. Abgesehen von jenen Kindern, die recht jung starben, verließen alle anderen das Tal. Philomena Jenni heiratete 1895 Franz Josef Frick (1868–1954) und zog zu ihm nach Sulz ins Rheintal. Katharina Jenni dürfte sich anfänglich auch dort aufgehalten haben, denn ihr unehelicher Sohn Pirmin kam in jenem Ort 1902 zur Welt.

    Franz Anton heiratete 1901 Anna Maria Wachter (1876–1912) aus Gaschurn und lebte zuerst mit seiner Familie in Röns, später dann in Tschagguns. Dort verdiente er sich seinen Lebensunterhalt als Schweinehändler, was ihm den Übernamen „Schwiemännlis Franz“ einhandelte.

    Seine Doppelhaushälfte in Röns verkaufte er später an seine zwei ledigen Schwestern Katharina und Rosa Maria. Die beiden Frauen lebten dort gemeinsam mit Katharinas unehelichem Sohn Pirmin (1902–1978).

    Lediglich Augustin blieb im Großen Walsertal und zahlte allmählich seine Geschwister aus. 1897 verkauften die fünf Geschwister ihr gemeinsam-ererbtes Haus in Marul an Anton Burtscher.[65] Philomena ließ sich bereits 1896 auszahlen[66] und Gerold verstarb 1894.

    Augustin Jenni (1871–1926)

    Augustin Jenni wurde am 14. Jänner 1871 in Blons 69 geboren und noch am selben Tag getauft. Seine Taufpaten Augustin Hartmann, von dem er auch den Vornamen erhalten haben dürfte, und Katharina Jenni.[67]

    Das Sakrament der Firmung wurde ihm am 30. Oktober 1883 in Sonntag vom Brixner Fürstbischof Dr. Simon Aichner (1816–1910) gespendet. Sein Firmpate war Columban Jenni (1846–1903) – ein kinderloser Onkel mütterlicherseits.[68]

    Im Allgemeinen ist über sein frühes Leben wenig bekannt. Am 11. Jänner 1904 heiratete er in Rankweil Katharina Walter (1884–1966) aus Schruns.[69]

    Die Ehe war äußerst kinderreich, insgesamt wurden fünfzehn Kinder zur Taufe getragen:

    Familie Jenni-Scheffknecht vor dem Elternhaus Blons Nr. 69 – Foto: privat
    sitzend v.l.: Katharina Scheffknecht, Rudolf Scheffknecht
    stehend v.l.: Katharina Dünser, Frida Honeck, Martha Burtscher, ubk., Florentina Blaser, Lisa Haller, Luise Gringl, Elisabeth Jenni, Josef P. Jenni, Augustin Jenni, Helene Jenni, Bernhard Jenni, Hermann Jenni
    hinten stehend v.l.: Ernst Burtscher, Arnold Jenni
    • Josef Philipp (1904–1969)
    • Maria Elisabeth (1905–1993) verh. mit Adolf Haller
    • Martha (1907–1990) verh. mit Josef Nigsch & Ernst Burtscher
    • Hermann (1908–1990) verh. mit Kreszentia Burtscher
    • Augustin Alois (1909–1984) verh. mit Elisabeth Bertolini
    • Arnold (1910–1986) verh. mit Martina Bertsch & Emma Sonderegger
    • Bernadette (1912–1978) verh. mit Jakob Hummer
    • Katharina (1913–1986) verh. mit Alfons Dünser
    • Florentina (1915–1998) verh. mit Lorenz Blaser
    • Franz Josef Benedikt (1917–1974)
    • Markus (1919)
    • Bernhard (1920–1988) verh. mit Helene Weixelbaum
    • Marianus (1922–1944)
    • Maria Frida (1923–1965) verh. mit Otto Honeck
    • Aloisia (1927–2012) verh. mit Josef Gringl

    Es gab immer wieder Erzählungen darüber, dass Augustin Metzger bzw. Lohnmetzger gewesen sei und auf den verschiedenen Höfen im Tal seine Arbeit verrichtete. Eine entsprechende Bestätigung, dass er als Fleischer tätig war, findet man in einem Adressbuch aus dem Jahr 1912. Dort wird neben Johann Bischof auch Augustin Jenni als Fleischer in Blons angeführt.[70]

    Im September 1918 kaufte Augustin Jenni das mittlere Furgengut in der Nachbargemeinde Damüls. Damit waren auch Alp- bzw. Weiderechte in Oberdamüls verbunden.[71]

    Von jenen vierzehn Kindern, die das Erwachsenenalter erreichten, verließen bis in die 1960er Jahre dreizehn das Tal. Lediglich Tochter Martha war in Sonntag-Seeberg zuerst mit Josef Nigsch, später mit Ernst Burtscher verheiratet.

    Am 23. März 1926 verstarb Augustin Jenni an einer Lungentzündung. Zuvor spendete ihm P. Marianus Winiger OSB, der auch Namensgeber für den jüngsten Sohn war, die Sterbesakramente. Bereits zwei Tage später wurde Augustin am Ortsfriedhof begraben.[72]

    Bernhard Jenni (1920–1988)

    Bernhard Jenni wurde am 19. Mai 1920 in Blons Nr. 69 geboren und sofort notgetauft. Seine Taufpaten waren Alois Dobler und seine angeheiratete Großtante Rosa Jenni geb. Dietrich aus Garsella.[73] Nachdem er 1934 ausgeschult worden war, half er zuhause in der elterlichen Landwirtschaft mit. Im Sommer 1936 verdiente er sich sein Geld auf der Alpe Vorderkamm bei Josef Gerold Jenni (1897–1965) in Blons. Bis zum Wehrdienst 1938 arbeitete er in der elterlichen Landwirtschaft und war sporadisch als Hilfsarbeiter im Straßenbau tätig.[74]

    Am 9. September 1938 unterzog er sich in Bludenz der Musterung für die Wehrmacht und wurde der Luftwaffe zugeteilt. Am 29. November 1938 rückte er in die Fliegerersatzabteilung 14 in Klagenfurt ein, wo er am 15. Dezember vereidigt wurde. Bis Jänner 1940 war er in Klagenfurt stationiert, ehe er am 22. Jänner 1940 in die Jagdfliegerschule Schwechat versetzt wurde und dort der 1. Technischen Kompanie angehörte. Im Wehrstammbuch befindet sich eine Eintragung vom 1. Juni 1940, die lautet: 1. / F. S. L., Halle/S. Dabei dürfte es sich um das 1. Feld-Straf-Lager in Halle an der Saale handeln, leider gibt es dazu keine näheren Angaben. Nach dieser Eintragung scheinen die Aufzeichnungen nicht fortgeführt worden zu sein, vielmehr wurden sie später ergänzt, wenn auch sehr lückenhaft. Bis zum 31. Mai 1941 war er bei der 3. Staffel der Jagdfliegerschule 5 und ab 1. Juni 1941 beim Fliegerhorstkommando Schwechat. Dazwischen wurde er zum Flugplatzkommando 5/XVII Parndorf versetzt, dort blieb er bis 5. Mai 1942. Anschließend war er beim Hauptarchiv und der Kartenstelle des Luftflottenkommandos 4. Bis zum 28. Jänner 1944 war er beim Flieger-Ersatz-Bataillon XVII Wien. Vom 29. Jänner 1944 bis zum 30. August 1944 war er im Kriegsgefangenenlager der Luftwaffe Nr. 3 in Sagan (heute: Żagań, Polen) stationiert.[75] In dieser Zeit ereignete sich auch ein Fluchtversuch aus dem Lager, der die Exekution von 50 Gefangenen nach sich zog.[76] Ab dem 31. August 1944 war er Fallschirmjäger und dem Lager Gardelegen zugewiesen.

    Am 1. November 1939 wurde er zum Gefreiten und am 1. August 1941 zum Obergefreiten befördert.[77]

    Brand der Landwirtschaft an der Schlinser Bahnhofstraße im Jahr 1987 – Foto: privat

    Während seines Militärdienstes heiratete er am 21. Juni 1941, die aus Schwechat stammende Helene Weixelbaum (1922–2007). Die ersten beiden Töchter kamen noch in Schwechat zur Welt. Am Tag der deutschen Kapitulation wurde der älteste Sohn, bereits in Vorarlberg, geboren. Überlieferungen zufolge lebte die junge Familie zuerst in Blons, später dann bei Bernhard Jennis Schwester Bernadette in Nenzing. Insgesamt brachte die Ehe zehn Kinder, sieben Töchter und drei Söhne, hervor.

    Nach dem Kriegsdienst befand er sich bis April 1946 im Krankenstand, ehe er vom 4. April 1946 bis zum 11. April 1947 Wachmann im Internierungslager Brederis war. Dort wurden schwer-belastete NSDAP-Mitglieder nach Kriegsende inhaftiert. Dies ist insofern bemerkenswert, da zwei seiner Brüder nachweislich NSDAP-Mitglieder waren. Bis Juli 1948 bestritt er den Lebensunterhalt als Hilfsarbeiter in der Forst- und Bauwirtschaft. Von August 1948 bis April 1957 war er bei der Wildbachverbauung tätig und lebte mit seiner Familie in Latz, einer abgeschiedenen Fraktion der Gemeinde Nenzing. Von Mai 1957 bis zu seiner Pensionierung arbeitete er als Kraftfahrer für die Brauerei Frastanz.[78]

    Nachdem sein jüngster Bruder Marianus im Zweiten Weltkrieg gefallen war, sollte Bernhard die elterliche Landwirtschaft in Blons übernehmen. Ein erheblicher Schaden am Hof entstand bereits bei der Lawinenkatastrophe 1954, als die sogenannte Mura-Lawine den Hausstall zerstörte.[79] Als im Jahr 1960 das Wohnhaus abbrannte und infolge mangelnder Löschwasserversorgung der Brand nicht eingedämmt werden konnte[80], erübrigte sich das Vorhaben der Hofübernahme. Mithilfe seines Bruders Arnold Jenni gelang es ihm 1960 eine kleine Landwirtschaft von der Familie Bernhart in Schlins-Frommengärsch zu erwerben. Neben der Landwirtschaft war Bernhard Jenni auch als Metzger im Nebenerwerb tätig. Familiären Überlieferungen zufolge soll er eine Ausbildung zum Metzger gemacht haben, was sich anhand der vorliegenden Quellen nicht zweifelsfrei belegen lässt. Dennoch ist es naheliegend, dass er das Handwerk von seinen älteren Brüdern bzw. von seinem Stiefvater Rudolf Scheffknecht (1870–1958) erlernt hatte. Letzterer war vor seiner Heirat mit der Witwe Katharina Jenni geb. Walter (1884–1966) als Gastwirt und Koch in Bludenz tätig.

    Am 16. September 1987 traf ihn ein schwerer Schicksalsschlag, als im Stall ein Brand ausbrach, der rasch auf das Wohnhaus überging und den kleinen Bauernhof völlig zerstörte.[81] Im darauffolgenden Jahr wurde mit dem Neubau des Hofs begonnen, dessen Vollendung er aber nicht mehr erlebte. Am 19. Juni 1988 verstarb er an Lungenkrebs in der Lungenheilstätte Gaisbühel. Zwei Tage später wurde er in Schlins begraben. Den Neubau bewohnten später seine Witwe sowie die zweitjüngste Tochter mit ihrer Familie.

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    [1] Klosterarchiv Einsiedeln (KAE), A.33/32 Seelenzettel, Amann Franz Xaver Jenni vom 24.06.1800

    [2] Vorarlberger Landesarchiv (VLA), PA Sonntag, Tauf-, Sterbe-, Firm- und Trauungsbuch 1592-1719, Sig. 448/8, s.p.

    [3] KAE, B.33/74, Urbar, 1608, pag. 15

    [4] vgl. KAE, B.33/57, Urbar, 1620, pag. 33

    [5] vgl. VLA, Pfarrei Thüringen, Tauf-, Trauungs-, Sterbe- und Firmbuch 1663–1810, Sig. 463/5, pag. 365, digitalisiert auf Matricula Online, Zugriff am 06.12.2025

    [6] KAE, A.33/32 Seelenzettel, Amann Franz Xaver Jenni

    [7] vgl. KAE, F.WD.1, Urbar der Propstei St. Gerold, 1666, pag. 353

    [8] vgl. KAE, F.WD.1, Urbar der Propstei St. Gerold, 1666, pag. 361

    [9] vgl. KAE, F.WD.6, Urbar der Propstei St. Gerold, 1678, pag. 197 und 205f

    [10] vgl. VLA, Pr. St. Gerold Hs. 01, Urbar St. Gerold, 1735, pag. 49

    [11] vgl. VLA, BG Bludenz Vfb. 273, fol. 21054ff

    [12] vgl. Simone Maria Berchtold, Namenbuch des Großen Walsertales (Schriften der Vorarlberger Landesbibliothek 10), Graz 2008, 395

    [13] KAE, KAE, B.33/45, Erbteilungsbuch, pag. 77

    [14] vgl. VLA, Pfarrei Raggal, Tauf-, Trauungs- und Sterbebuch 1620–1705, Sig. 364/4, sp, digitalisiert auf Matricula Online, Zugriff am 07.12.2025

    [15] vgl. VLA, Pfarrei Blons, Tauf-, Firm-, Trauungs- und Sterbebuch, Sig. 446/6, pag. 3, digitalisiert auf Matricula Online, Zugriff am 07.12.2025

    [16] vgl. VLA, Pfarrei Raggal, Tauf-, Trauungs- und Sterbebuch 1620–1705, Sig. 364/4, sp, digitalisiert auf Matricula Online, Zugriff am 07.12.2025

    [17] vgl. KAE, B.33/45, Erbteilungsbuch, pag. 431

    [18] vgl. VLA, Pfarrei Blons, Tauf-, Firm-, Trauungs- und Sterbebuch, Sig. 446/6, pag. 4, digitalisiert auf Matricula Online, Zugriff am 07.12.2025

    [19] vgl. VLA, Pfarrei Blons, Tauf-, Firm-, Trauungs- und Sterbebuch, Sig. 446/6, pag. 12, digitalisiert auf Matricula Online, Zugriff am 07.12.2025

    [20] vgl. Josef Grabherr, „Die reichsfreie Herrschaft St. Gerold. Beitrag zur Landes- und Cultur-Geschichte Vorarlbergs“ in: Jahres-Bericht des Vorarlberger Museums-Vereins (36) 1897, 18–100, hier 79

    [21] vgl. VLA, LG Sonnenberg A 07246

    [22] vgl. VLA, Pfarrei Blons, Tauf-, Firm-, Trauungs- und Sterbebuch, Sig. 446/6, pag. 11, digitalisiert auf Matricula Online, Zugriff am 01.03.2026

    [23] vgl. VLA, Pfarrei Blons, Tauf-, Firm-, Trauungs- und Sterbebuch, Sig. 446/6, pag. 16, digitalisiert auf Matricula Online, Zugriff am 07.12.2025

    [24] vgl. VLA, Pfarrei Blons, Tauf-, Firm-, Trauungs- und Sterbebuch, Sig. 447/1, pag. 6, digitalisiert auf Matricula Online, Zugriff am 07.12.2025

    [25] vgl. KAE, B.33/45, Erbteilungsbuch, pag. 822f

    [26] vgl. VLA, Pfarrei Blons, Tauf-, Firm-, Trauungs- und Sterbebuch, Sig. 447/1, pag. 33, digitalisiert auf Matricula Online, Zugriff am 07.12.2025

    [27] vgl. VLA, Pfarrei Blons, Tauf-, Firm-, Trauungs- und Sterbebuch, Sig. 447/1, pag. 36, digitalisiert auf Matricula Online, Zugriff am 07.12.2025

    [28] vgl. VLA, Pfarrei Blons, Tauf-, Firm-, Trauungs- und Sterbebuch, Sig. 447/1, pag. 45, digitalisiert auf Matricula Online, Zugriff am 07.12.2025

    [29] vgl. Hertha Glück, Alpe Sera: Ein walserisches Alpendorf, in: Neue Vorarlberger Tageszeitung vom 01.08.2013, online über WISO, abgerufen 7. Dezember 2025

    [30] vgl. VLA, Pfarrei Blons, Tauf-, Firm-, Trauungs- und Sterbebuch, Sig. 446/7, pag. 20, digitalisiert auf Matricula Online, Zugriff am 07.12.2025

    [31] vgl. VLA, Pfarrei Blons, Tauf-, Firm-, Trauungs- und Sterbebuch, Sig. 447/1, pag. 42, digitalisiert auf Matricula Online, Zugriff am 07.12.2025

    [32] vgl. VLA, Pfarrei Blons, Tauf-, Firm-, Trauungs- und Sterbebuch, Sig. 447/1, pag. 58, digitalisiert auf Matricula Online, Zugriff am 07.12.2025

    [33] vgl. KAE, F.KB.8, Bestallung Franz Jenni Ammann St. Gerold, 8. Mai 1788

    [34] vgl. VLA, Pfarrei St. Gerold, Tauf-, Firm-, Trauungs- und Sterbebuch 1779-1890, Sig. 446/5, pag. 10, digitalisiert auf Matricula Online, Zugriff am 07.12.2025

    [35] vgl. VLA, Pfarrei Blons, Tauf-, Firm-, Trauungs- und Sterbebuch, Sig. 446/6, pag. 59, digitalisiert auf Matricula Online, Zugriff am 18.04.2026

    [36] vgl. VLA, Pfarrei Blons, Tauf-, Firm-, Trauungs- und Sterbebuch, Sig. 447/1, pag. 19, digitalisiert auf Matricula Online, Zugriff am 18.04.2026

    [37] vgl. VLA, BG Bludenz Vfb. 273, fol. 21247ff

    [38] vgl. VLA, Pfarrei Blons, Tauf-, Firm-, Trauungs- und Sterbebuch, Sig. 447/1, pag. 37, digitalisiert auf Matricula Online, Zugriff am 08.12.2025

    [39] vgl. VLA, Pfarrei Blons, Tauf-, Firm-, Trauungs- und Sterbebuch, Sig. 447/1, pag. 75, digitalisiert auf Matricula Online, Zugriff am 08.12.2025

    [40] vgl. VLA, Pfarrei Blons, Taufbuch, Sig. 446/7, pag. 65, digitalisiert auf Matricula Online, Zugriff am 18.04.2026

    [41] vgl. VLA, Pfarrei Blons, Tauf-, Firm-, Trauungs- und Sterbebuch, Sig. 447/1, pag. 68, digitalisiert auf Matricula Online, Zugriff am 08.12.2025

    [42] VLA, LG Sonnenberg A 00075

    [43] vgl. VLA, Pfarrei Blons, Tauf-, Firm-, Trauungs- und Sterbebuch, Sig. 447/1, pag. 114, digitalisiert auf Matricula Online, Zugriff am 08.12.2025

    [44] vgl. VLA, BG Bludenz Vfb 110, Nr. 757

    [45] vgl. VLA, Pfarrei Blons, Tauf-, Firm-, Trauungs- und Sterbebuch, Sig. 447/1, pag. 144, digitalisiert auf Matricula Online, Zugriff am 18.04.2026

    [46] VLA, LG Sonnenberg A 00075

    [47] vgl. VLA, Pfarrei Blons, Tauf-, Firm-, Trauungs- und Sterbebuch, Sig. 447/1, pag. 84, digitalisiert auf Matricula Online, Zugriff am 18.04.2026

    [48] BNR steht für Besitznummer und war eine Art Grundstücksnummer, die während der Bayerischen Zeit (1806–1814) in Vorarlberg im Zuge der Katasteranlegung eingeführt wurde. Sie wurde 1857 von den Bau- und Grundparzellennummern des österreichischen Grundsteuerkatasters abgelöst.

    [49] vgl. VLA, LG Sonnenberg Hs. 54 (30), pag. 367–370

    [50] vgl. VLA, BG Bludenz Vfb 33, Nr. 38

    [51] vgl. VLA, Pfarrei Blons, Tauf-, Firm-, Trauungs- und Sterbebuch, Sig. 447/1, pag. 85, digitalisiert auf Matricula Online, Zugriff am 18.04.2026

    [52] vgl. VLA, LG Sonnenberg A (Verlassenschaften) 20743

    [53] vgl. VLA, Pfarrei Blons, Tauf-, Firm-, Trauungs- und Sterbebuch, Sig. 447/1, pag. 131, digitalisiert auf Matricula Online, Zugriff am 18.04.2026

    [54] VLA, BH Bludenz I, Abt. V 7 2887

    [55] vgl. VLA, BG Bludenz Vfb 152, Nr. 504

    [56] vgl. VLA, BG Bludenz Vfb 154, Nr. 454

    [57] Mitteilung von Gernot Ganahl, Privatarchiv Eugen Dobler

    [58] vgl. VLA, Pfarrei Blons, Tauf-, Firm-, Trauungs- und Sterbebuch, Sig. 447/1, pag. 167, digitalisiert auf Matricula Online, Zugriff am 18.04.2026

    [59] vgl. VLA, Pfarrei Blons, Tauf-, Firm-, Trauungs- und Sterbebuch, Sig. 447/1, pag. 167, digitalisiert auf Matricula Online, Zugriff am 18.04.2026

    [60] vgl. VLA, BG Bludenz Vfb 179, Nr. 450

    [61] vgl. VLA, Pfarrei Blons, Tauf-, Firm-, Trauungs- und Sterbebuch, Sig. 447/1, pag. 184, digitalisiert auf Matricula Online, Zugriff am 16.02.2026

    [62] vgl. VLA, Pfarrei Blons, Tauf-, Firm-, Trauungs- und Sterbebuch, Sig. 447/1, pag. 102, digitalisiert auf Matricula Online, Zugriff am 16.02.2026

    [63] vgl. Archiv der Diözese Feldkirch (ADF), PA Blons, Matrikenbuch Tom. III, pag. 7f, digitalisiert auf Matricula Online, Zugriff am 16.02.2026

    [64] vgl. ADF, PA Blons, Matrikenbuch Tom. III, pag. 11f, digitalisiert auf Matricula Online, Zugriff am 16.02.2026

    [65] vgl. VLA, BG Bludenz Vfb 1897, fol. 855

    [66] vgl. VLA, BG Bludenz Vfb 1896, fol. 871

    [67] vgl. VLA, Pfarrei Blons, Tauf-, Firm-, Trauungs- und Sterbebuch, Sig. 447/1, pag. 242, digitalisiert auf Matricula Online, Zugriff am 16.02.2026

    [68] vgl. VLA, Pfarrei Blons, Tauf-, Firm-, Trauungs- und Sterbebuch, Sig. 447/1, sine pagina, digitalisiert auf Matricula Online, Zugriff am 01.03.2026

    [69] vgl. ADF, PA Blons, Matrikenbuch Tom. III, pag. 21f, digitalisiert auf Matricula Online, Zugriff am 16.02.2026

    [70] vgl. Leuchs Adreßbuch für Industrie, Handel und Gewerbe. Tirol, Vorarlberg und Liechtenstein, Nürnberg: Verlag von C. Leuchs & Co. 1912., 34a.

    [71] vgl. Günther Bischof, Damüls. Ein Walserdorf erzählt seine Geschichte, Damüls 2024, 519.

    [72] vgl. ADF, PA Blons, Matrikenbuch Tom. III, pag. 97f, digitalisiert auf Matricula Online, Zugriff am 25.02.2026

    [73] vgl. ADF, PA Blons, Matrikenbuch Tom. III, pag. 118f, digitalisiert auf Matricula Online, Zugriff am 25.02.2026

    [74] Gemeindearchiv Schlins (GdA Schlins), Akten

    [75] VLA, P Jenn21

    [76] vgl. Stalag Luft III, Wikipedia: Die freie Enzyklopädie, 22. Februar 2026, https://de.wikipedia.org/wiki/Stalag_Luft_III (abgerufen 01.03.2026)

    [77] VLA, PJenn21

    [78] GdA Schlins, Akten

    [79] vgl. Eugen Dobler, Leusorg, Blons 11982, 105.

    [80] Mitteilung von Gernot Ganahl, Privatarchiv Eugen Dobler

    [81] vgl. Vorarlberger Nachrichten, 18.09.1987, 7